Buchbesprechung: „For the love of bread – Zeit für gutes Brot“ von Sonja Bauer

Man möchte fast einleiten mit dem Satz „Endlich ist es soweit!“, denn die passionierte und ambitionierte Hobbybäckerin und „Cookie und Co“-Bloggerin (https://cookieundco.de/) Sonja Bauer hat ihr erstes Brot-literarisches Werk auf den Markt gebracht…und was für eines!

Mit dem vorliegenden Buch „For the love of bread – Zeit für gutes Brot“ hat die Autorin ein Buch geschaffen, dass ohne Zweifel und ohne Scheu als Standardwerk oder Grundlagenwerk im Bereich des heimischen Brotbackens benannt werden kann, so umfassend, er- und aufklärend kommt es daher. Und das alles, ohne zu überladen, zu ängstigen oder mit Theorie zu erschlagen. Eine wunderbar ausgewogene Balance, um das Brotbacken Schritt für Schritt praktisch zu erarbeiten und auch den ein oder anderen theoretischen Input und Tiefgang zu bekommen.

Das Buch gliedert sich in sechs Teilen, wobei die letzteren fünf den 67 Rezepten gebührt. Die Einteilung stellt sich somit wie folgt dar:

Einstieg – Basics (über 70 Seiten Grundlagen und Basiswissen, das ausführlich, angenehm tief und trotzdem leicht verdaulich daherkommt)

01 – Same Day Bake (Rezepte ohne zeitintensive Vorbereitungen die am gleichen Tag hergestellt und gebacken werden können)

02 – Easy & All in (Rezepte, bei denen alle Zutaten zeitgleich zusammengerührt oder geknetet werden und bei Raumtemperatur fertig reifen)

03 – Cold & Tasty (Rezepte mit langer Teigführung im Kühlschrank)

04 – For baking lovers (Rezepte mit zeitintensiven Vorstufen)

05 – Sweet & Soft (süße Brot-Rezepte)

Die Rezepte zeigen sich, wie bereits vom Blog gewohnt, stimmig, alltagstauglich, abwechslungsreich und genussgarantierend. Der Grundlagenteil deckt eine enorme Bandbreite vom Equipment über die Zutaten bis zu den einzelnen Prozessen der Teigherstellung, Teigführung und des Backprozesses ab. Darüber hinaus wird man in die einzelnen Vorstufen eingeführt und wird bei der Herstellung des eigenen Sauerteigs und Lievito Madres literarisch an die Hand genommen. Das vorliegende Buch etabliert sich somit dank seiner Fülle und der verständlichen und angenehmen Informationsdarbietung zu einem Grundlagenwerk, das eigenständig und sogar solo im Buchregal bestehen kann.

Die enthaltenen Grafiken sind eine Bereicherung, um die enthaltenen Informationen plastischer zu gestalten. Ergänzend liefern „Kurzinfos“ bei jedem Rezept eine ausreichende Übersicht in wunderbarer Struktur, um das Rezept mit seinem eigenen Zeitplan abzustimmen und somit die Alltagstauglichkeit nie aus den Augen zu verlieren. Fototechnisch zeigt das Buch ganz großes „Foodfotografie“-Kino im allerpositivsten Sinne. Sonja hat bereits im Blog immer wieder unter Beweis gestellt, wie großartig sie ihre Gebäcke in Szene setzen kann und bleibt sich dieser Stärke auch im Buch treu. Die Fotos sind großartig! Bestens arrangierte Gebäcke, bei denen in angenehmer Präsenz das Wesentliche und das Wesen der Gebäcke fotografisch festgehalten wurde. Ich bin seit langem ein großer Bewunderer der Gebäck-Fotos von Sonja und bin immer wieder überrascht, zu welch beeindruckenden Fotos ein paar kleine Details, etwas Requisiten und ein geschicktes Arrangement sowie ein Spiel mit farblichen Kontrasten oder Paraphrasierungen aus Hintergrund, Requisiten und Brot führen können.

Etwas störend mag wirken, dass es immer mal wieder Rezepte gibt, deren Kurzübersicht inklusive Foto auf der rechten Buchseite platziert ist, so dass die Rezeptübersicht erst durch Umblättern offenbar wird. Ein paar kleinere Unstimmigkeiten/ Fehler haben sich, wie so oft in Erstauflagen, eingeschlichen, die mit Hilfe einer Korrekturseite im Blog aufgegriffen und berichtigt werden (https://cookieundco.de/buch-korrekturen/). Ansonsten mag sich vielleicht der ein oder die andere Grammatikpatriot*in an der Verwendung englischer Begrifflichkeiten in den Rezeptkategorien stören – keine Angst, im „Breadspeech“ / „Brotsprachgebrauch“ sind „Same Day Bake“ und „All-in“-Rezepte etablierte Begriffe.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Sonja Bauer mit ihrem Brot-literarischen Debüt-Werk ein rundum solides und beachtliches Buch abgeliefert hat, dass sich am mittlerweile sehr gefüllten Brotbuch-Markt mehr als behaupten kann. Ich gehe sogar so weit und spreche dem vorliegenden Buch das Potential eines Standardwerkes und soliden Grundlagenwerkes aus. Das Buch bedient keine isolierten spezifischen Nischen und kommt nicht zu breit und somit nichtssagend daher, sondern liefert ein großartig umspannendes Spektrum an Informationen und Rezepten ab, um aus dem heimischen Ofen abwechslungsreiche, aromatische und gelungene Brote zu ziehen und dabei noch zu wissen was man da eigentlich macht, um so Parameter und Stellschrauben zu begreifen. Das Buch konzentriert sich übrigens ausschließlich auf Brot, was dem Buchtitel eine gewisse Treue und Authentizität darbietet. Schlussfazit: Eine wunderbare Bereicherung am Brotbuch-Markt und ein Buch, dass eine klare Empfehlung ausgesprochen (ausgeschrieben) bekommt!

Sonja Bauer
For the love of bread –
Zeit für gutes Brot
312 Seiten, Hardcover, 2021
Herausgeber*in: COOKIE „Herzgemacht“
ISBN: 978-3-9823514-07
Preis: 29,90 €

Mein Dank gilt direkt dir liebe Sonja, für das zur Besprechung zur Verfügung gestellte Exemplar. Du und die Blogleser*innen können versichert sein, dass meine Besprechung offen, ehrlich und ohne Einfluss erfolgte. Ich stehe zu jedem Wort, jedem Satz und jeder Aussage :0)

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